Selbstliebe Teil 2

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Was ist der Unterschied zwischen einem selbstbewussten Menschen und einem Menschen, der ein geringes Selbstwertgefühl hat? Wenn man es auf einen gemeinsamen Nenner bringt, dann ist die Lösung einfach: Der Mensch mit dem geringen Selbstwertgefühl lehnt sich selbst ab, weil er glaubt, nicht richtig zu sein. Der selbstbewusste Mensch hingegen tut das nicht.

Es ist interessant und wichtig, sich das mal genauer anzusehen. Spricht man mit einem selbstbewussten Menschen, entdeckt man sofort ein sehr starkes Merkmal: Dieser Mensch hat nicht das Gefühl, auf irgendeine Art falsch zu sein. Und deshalb lehnt er sich auch nicht ab. Dieser Mensch hat gelernt, hinter sich selbst zu stehen – auch hinter seinen Fehlern. Er schämt sich nicht für seine Schwächen, sondern nimmt sie eher mit Humor. Er weiß, dass alles, was er ist, Ursachen hat und akzeptiert diese vollständig. Und nicht nur die Ursachen, sondern auch deren Auswirkungen: Die Schwächen/Fehler. Und das bedeutet, dass er sich seine Fehler auch eingestehen kann. Er ist durchaus in der Lage, sich zu entschuldigen, wenn er jemanden verletzt hat. Doch vor allem und zuallererst verzeiht er sich selbst. Ein selbstbewusster Mensch ist nicht fehlerlos, makellos oder gar perfekt. Er hat genauso Schwächen, Ecken und Kanten wie jeder andere Mensch. Der Unterschied ist nur: Er akzeptiert diese vollständig! Er hat kein Gefühl von Scham oder Schuld, denn diese Gefühle resultieren aus der Vorstellung falsch zu sein. Wie kann aber etwas falsch sein, wenn alles Ursachen hat? Auch die Macken eines Menschen haben Ursachen. Sie sind also nicht falsch, sondern lediglich ein Fall von Ursache und Wirkung. Mehr nicht. Und das weiß ein selbstbewusster Mensch. Er weiß das so vollständig, dass es für ihn keinen Grund gibt, irgendetwas an sich abzulehnen. Natürlich kann er sich ändern, wenn er es für sinnvoll hält. Aber dazu braucht er keine Ablehnung.

Ein Mensch hingegen mit einem geringen Selbstwertgefühl macht nur eine einzige Sache anders, als der selbstbewusste Mensch: Er glaubt, nicht richtig zu sein. Dieser Mensch hat nicht gelernt, dass er – so wie er ist – in Ordnung ist. Er hat gelernt, dass Dinge falsch an ihm sind. Dass seine Schwächen und Fehler falsch sind, dass Persönlichkeitsanteile, -merkmale, -eigenschaften falsch sind, dass irgendwas falsch an seinem Aussehen ist, an seiner Einstellung, seinem Denken, Fühlen, seinem Leben, seiner Vergangenheit, seinem Wesen … oder sonst irgendetwas. Diese Vorstellung, falsch zu sein, verursacht Scham- und Schuldgefühle. Und sie verursacht ein sehr geringes Selbstwertgefühl. Dieser Mensch hat den Eindruck, dass sein Selbstwert von all diesen Dingen abhängt, die ja falsch an ihm sind. Und er denkt, dass er sie erst richtig machen muss, um etwas wert zu sein. Es entsteht ein starkes Unsicherheitsgefühl, Verlegenheit, Zurückgezogenheit und der Drang, sich selbst immer hinten anzustellen. Denn er scheint ja nicht so wichtig und bedeutend zu sein, wie all die anderen Menschen. Solch ein Mensch versucht es immer allen recht zu machen, weil er nicht abgelehnt werden will. Ablehnung fühlt sich für ihn tödlich an, denn er lehnt sich ja bereits selbst ab. Wenn das auch noch andere tun, bestätigt sich sein Gefühl und die Spirale des Nicht-Selbstwertes geht weiter abwärts. Zu allem Überfluss lehnt ein solcher Mensch nicht nur all seine scheinbaren Fehler und Schwächen an sich ab, sondern auch – und das ist das Schlimmste! – sein geringes Selbstwertgefühl. Er lehnt also nicht nur seine scheinbaren Schwächen ab, sondern auch sein nicht vorhandenes Selbstbewusstsein. Und er schämt sich dafür.

Dieses geringe Selbstwertgefühl ist ja erst dadurch entstanden, dass er seine „Schwächen“ ablehnt und sich dafür schämt. Und nun lehnt er auch noch das geringe Selbstwertgefühl ab. Er schämt sich also dafür, dass er sich schämt. Doch diesem Dilemma wird noch die Krone aufgesetzt! Wenn sich dieser Mensch nun entschließt, sein Selbstbewusstsein zu stärken, findet er zahlreiche Techniken, die – und jetzt kommt’s – darauf abzielen, ihn zu ändern! Die meisten Techniken wollen also das falsche geringe Selbstwertgefühl ändern bzw. löschen oder ausmerzen. Und stattdessen etwas Besseres installieren – nämlich ein starkes Selbstbewusstsein. Schon wieder bekommt dieser Mensch den Eindruck, dass etwas an ihm falsch ist. Nämlich sein geringes Selbstbewusstsein. Und das muss gerändert oder gelöscht werden. Wieder lehnt er sich ab. Und das Problem wird, anstatt besser, nur noch schlimmer. Denn die Wurzel des Problems war ja ursprünglich die Vorstellung falsch zu sein. Wenn man nun Mühen auf sich nimmt, um etwas Falsches an sich auszumerzen und sich stattdessen etwas (scheinbar) Richtiges einzuhämmern, wird das Gefühl falsch zu sein nur noch größer.

Selbstliebe und Selbstbewusstsein beginnt bei dem Gefühl, richtig zu sein. Und das schließt ALLES mit ein. Auch das geringe Selbstwertgefühl. Man muss endlich von der Vorstellung loslassen, dass irgendetwas an einem verkehrt ist! Das geringe Selbstwertgefühl ist NICHT falsch! Es ist da, weil es Ursachen dafür gibt. Es ist da, weil einem beigebracht wurde, dass man falsch ist. DAS ist der Kern des Problems. Nicht das geringe Selbstwertgefühl. Das Problem ist die Vorstellung nicht richtig zu sein.

Um also ein Selbstwertgefühl aufzubauen und Selbstliebe sowie auch Selbstbewusstsein zu entwickeln, muss man einfach nur diese Vorstellung aushebeln. Sie ist nämlich der totale Irrsinn. Es gibt nichts Falsches. Alles hat Ursachen. Und wenn alles Ursachen hat, gibt es keine Fehler. Das geringe Selbstwertgefühl ändern zu wollen, ist also kontraproduktiv, weil es genau das Gegenteil bewirkt. Stattdessen muss man lernen, dieses geringe Selbstwertgefühl vollkommen anzunehmen und dahinter zu stehen! Anstatt sich zu schämen, JA! dazu zu sagen. Denn dann löst es sich von ganz allein auf, weil dann etwas beginnt, das dieses geringe Selbstwertgefühl aushebelt: Das Gefühl richtig zu sein!

Da ist nichts falsch an einem. Genau das ist die Kernaussage in dem Euphoria-Programm zur Selbstliebe. Es wird hier kein Glaubenssatz gerändert, sondern ein 100%iges Hinter-sich-selbst-stehen kultiviert. Es muss nichts geändert werden, denn es gibt nichts Falsches an einem! Wenn man das vollständig erkennt und bejaht, lösen sich die alten Glaubenssätze von allein auf. Sie verlieren nämlich ihre Grundlage und Substanz. Wenn man 100%ig hinter sich selbst steht (auch hinter den dummen, alten Glaubenssätzen), ist das Selbstbewusstsein bereits da. Man ist sich seiner Selbst bewusst. Vollständig. Und damit beginnt das Selbstwertgefühl. Hinter sich zu stehen, stärkt das Gefühl richtig zu sein. Und auf einmal ist die Selbstliebe wieder da, die all die Jahre verschüttet unter all den Ablehnungen lag.

In diesem Sinne wünsche ich eine interessante Erkenntnisreise zu dir selbst.

Namasté

www.euphoria-lane.de

Lumenia-Akademie-CDcoverliebe

 

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Ein Kommentar Gib deinen ab

  1. Lilo sagt:

    Wunderbar geschrieben! Kann dies nur bestätigen! Danke!

    Gefällt mir

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